Donnerstag, 17. Dezember 2015

[nachgedacht] Weihnachten: Konsum pur oder "Where is the love?"


Eigentlich soll die Advents- und Weihnachtszeit ja eine Zeit der Besinnlichkeit sein. Wo man aber auch hinschaut, geht es eigentlich nur darum, soviel wie möglich zu konsumieren. Mir ist klar, dass das inzwischen einfach in der Natur unserer Gesellschaft liegt, und ja, ich habe einen Modeblog, in dem es primär um Konsum geht. Aber was gerade im Dezember auf Blogs abgeht, ist mir echt zu viel geworden. Wenn ich meinen Bloglovin-Reader öffne, sind in der Regel 40 - 50 Posts ungelesen. Momentan lese ich davon höchstens 5, alle anderen klicke ich sofort weg.

Der Grund: die Hälfte aller Artikel sind Weihnachts-Gewinnspiele und Posts zur "Inspiration", was man verschenken oder sich wünschen könnte. Alles nett und vielleicht auch hilfreich, aber dieses Jahr geht es mir leider besonders stark auf die Nerven. Ich kann nicht mal genau sagen warum, wahrscheinlich ist es wirklich die Masse. Egal wo ich hinklicke, irgendwo wartet eine Verlosung oder das hundertste Moodboard mit in der Regel unnötigen Geschenken oder überteuerter Kleidung. Ich habe zwar auch schon Artikel über Weihnachtsgeschenke veröffentlicht (letzte und diese Woche je einen), denn ich habe an sich gar nichts dagegen.

Wenn ich mir aber die Menge dieser Posts ansehe, die insgesamt veröffentlicht werden, bin ich leider nur noch genervt davon. Außerdem kommen jetzt bald die Posts zu Silvester-Outfits (noch mehr Moodboards, toll), aber irgendwie habe ich das Gefühl, der "richtige" Content läuft im Dezember auf Sparflamme. Warum eigentlich? Mal ehrlich, Weihnachten ist nur ein Fest wie viele andere im Jahr, warum ist man also so fixiert darauf? Ich liebe Weihnachten, bloß fällt mir dieses Jahr extrem auf, wie der "Spirit" dieses Festes langsam verloren geht verdrängt wird.


Und da der Artikel bisher eher eine Konsumkritik ist (denn auch Modeblogger sind dazu sehr wohl in der Lage), komme ich jetzt zu einem sehr wichtigen Thema: dem Helfen. Gerade zu Weihnachten geht es auch verstärkt um Nächstenliebe, denn ursprünglich ist es nun mal ein christliches Fest. So sollten vor allem diejenigen unterstützt werden, denen es nicht so gut geht. Die Berliner unter euch kennen sicher alle das Weihnachtsessen, das Frank Zander jedes Jahr im Estrel-Hotel veranstaltet. Seit inzwischen 21 Jahren können Obdachlose dort einen Abend lang bei Musik Gans, Rotkohl und Klöße feiern, fast 3000 Gäste sind es mittlerweile geworden.

Auch an anderer Stelle ist Hilfe notwendig, so kümmert sich beispielsweise die Caritas im Winter mit der Kältehilfe darum, dass Wohnungslose nicht im Freien übernachten müssen. Es gibt Schlafplätze, ambulante Krankenversorgung, eine Wärmestube und auch gespendete Kleidung wird ausgegeben. Natürlich wird dafür Geld gebraucht, die Kältehilfe finanziert sich zu einem großen Teil aus Spenden. Hier kommt wieder Frank Zander ins Spiel, der dieses Jahr gemeinsam mit der Caritas ein Benefiz-Video gedreht hat, um noch mehr auf die Notwendigkeit von Spenden aufmerksam zu machen. Es gibt leider viele Menschen, denen es schlecht geht und die sich nur etwas Warmes zum Anziehen oder etwas zu essen wünschen.

Ich spende selber für die Obdachlosenhilfe und habe letztes Jahr neben Geld Winterjacken und Pullover, die mir zu klein geworden sind, gespendet. Ich freue mich immer noch, wenn ich daran denke, wie sich die Frau in der Annahmestelle über die dicke Daunenjacke in XS gefreut hat. Gerade warme Jacken und Schuhe sind Mangelware, vor allem in ganz kleinen oder großen Größen. Wenn ihr gut erhaltene oder sogar neue Sachen habt, die ihr nicht tragt, spendet sie und macht jemandem eine Freude! Auch eine kleine Geldspende kann etwas bewegen - und zum Schluss möchte ich euch deshalb den kleinen Film der Caritas feat. Frank Zander nicht vorenthalten:


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