Dienstag, 6. Oktober 2009

"Kinder, ihr seid doch zu dünn!"

Als ich gestern in der aktuellen Ausgabe vom Spiegel blätterte, zog ein Artikel meine Aufmerksamkeit besonders auf sich.
Es wird berichtet, die Zeitschrift Brigitte buche ab 2010 keine professionellen Models mehr. Gar keine. Stattdessen sollen normalgewichtige Schauspielerinnen, Mitarbeiterinnen der Zeitschrift und Frauen quasi "von der Straße" gecastet werden. Damit will man ein Zeichen setzen, da "die gesamte Branche" magersüchtig sei, so Chefredakteur Andreas Lebert. Labels schicken ihre Musterteile nur in Kleinstgrößen in Moderedaktionen, "mit Glück ist eine 36 dabei" (man erinnere sich an Der Teufel trägt Prada, wo Nigel sinngemäß zu Andy sagt, als sie ihn bittet, sie mit Kleidung aus dem Fundus auszustatten : "Was, Größe 36? Dann werde ich mal in der Übergrößenabteilung nachsehen."
"Seit Jahren müssen wir die Mädchen mit Photoshop dicker machen, die Schenkel, das Dekolletee", so Lebert.
Die erste Brigitte-Ausgabe, in der keine Models mehr zu finden sein werden, soll am 2. Januar 2010 erscheinen, und ich glaube,  ich werde dieses Heft mal unter de Lupe nehmen.
Auf Brigitte.de kann sich auf einer eigens eigerichteten Seite informieren.


Der Beitrag zum Thema.

Genaueres kann man im aktuellen Spiegel-Heft (41/09) auf Seite 158 ff. lesen, online gibt es noch keine Meldung dazu. Welt-Online hat auch einen Beitrag dazu veröffentlicht, Web.de ebenfalls.

Wichtig ist mir, dass niemand belehrend den Zeigefinger hebt, denn auch in der Bloggerwelt gab es schon öfter Kommentare, ob denn AB  nicht bedenklich viel abgenommen hätte und XY dafür viel zu dick sei. Da dies eine unendliche Diskussion ohne Gewinner oder Verlierer, aber dafür mit viel Zündstoff ist, will ich diese nicht wiederbeleben. Ich will nur zeigen, dass Brigitte einen mutigen Schritt nach vorne macht. Und letztlich ist es eben doch ein kleiner Unterschied, ob man als Model mit knapp 1,80 m Körpergröße nur 45 kg  oder als XY mit 1,68 m (Durchschnittskörpergröße deutscher Damen) 53 kg wiegt. Mancher mag jetzt denken, "Ja aber der BMI sagt, das ist Untergewicht", aber ich finde (gerade weil ich zur zweiten Gruppe gehöre), dass man dünne Models nicht mit schlanken (ich sage bewusst nicht 'dünnen') Nicht-Models vergleichen sollte.

Und dafür, dass ich eigentlich nur einen kurzen Bericht über den Artikel im Spiegel schreiben wollte, ist der Text doch ganz schön lang geworden. Dieses heikle Thema erhitzt immer die Gemüter, und eigentlich ist ein langer Text dazu immer noch zu kurz, um die Komplexität zu erfassen, die es in sich birgt. Nichtsdestotrotz wollte ich mal einen kurzen Abriss meiner Meinung dazu abgeben.

Kommentare:

  1. Hm. Naja ich weiß nicht-
    normale Menschen und Mitarbeiter?!
    Ich meine es ist toll, diesen Magerwahn nicht zu unterstützen, das ist sowieso schwachsinnig. Aber
    ich bin der Meinung Models sind numal Models weil sie gut aussehen,und vllt auch was können, daher finde ich es zwar mal gut normale Leute zu nehmen, aber auf Dauer denke ich,würde es mich nicht überzeugen.
    Wenn schon mehr Models in Größe 34 laufen würden (anstatt in 29 oder so) wäre schon viel geholfen glaub ich^^

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  2. Dazu fällt mir ein Zitat aus dem Artikel ein, dort sagte eine der Fotografinnen der Zeitung üer die Initiative, dass sie es als Frau toll fände, aber als Fotografin furchtbar. Die Leute seien eben Laien, und wo sonst 8 Bilder ausreichen, muss man nun bedeutend mehr machen.

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  3. hab dazu heute auch was im tv gesehen und finde das sehr vorbildlich. denn nicht-model heißt ja nicht hässlich, sondern einfach nicht verhungert. denn zugegeben: wenn ich ein magazin aufschlage, dann will ich lieber hübsche normalgebaute menschen in einem modeeditorial sehen, aber damit meine ich keine hungerhaken, sondern ganz normale menschen wie du und ich. hoffentlich ziehen da noch andere magazine mit!

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  4. ich finde das großartig!
    wahrscheinlich auch, weil ich nicht die kleinste Kleidergröße trage.
    Hintergrund ist ja nicht, dass sie keine "hübschen" Menschen nehmen wollen, sondern die Designer dazu bringen wollen, endlich Kleidung zu designen, die der Durchschnittsfrau passt und auch noch bei einer größeren Kleidergröße gut aussieht, bzw. tragbar ist.
    Wär doch schön, wenn es dadurch mehr Agenturen geben würde, die Menschen mit NORMALEN kONFEKTIONEN aufnehemen würden.
    hab übrigens in den Nachrichten einen kurzen Bericht gesehen...(ja liebe Sue, du warst schneller als RTL ;)), dass die Durchschnittsfrau eine 4o trägt.
    Und da appeliere ich an die jungen Frauen...kommt euch jetzt komisch vor, aber jenseits der Jugend verändert sich die Figur nunmal.

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  5. Diese Diskussion gibt es dieser Tage ja auf einigen Blogs. Ich glaube, dass die Brigitte Zielgruppe sicher mit 'normalen' Figuren glücklicher ist. Andererseits will ich in Zeitschriften schöne und schlanke Menschen sehen genau wie ich im Liebesfilm einen schönen Mann sehen will. Das ist zwar auf den ersten Blick oberflächlich, aber Normale sehe ich doch im echten Leben genug. Und bei der ganzen Debatte darf man nicht vergessen, dass auch die normalen Figuren retuschiert werden, bis sie einer echten Frau nicht mehr im geringsten ähneln. Speckröllchen werden wir da auch keine sehen.

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  6. also erstmal ist die Brigitte-Aktion reine Geldmache. Die können sich einfach die teuren Supermodel-Fotos nicht mehr leisten, deswegen gibts jetzt die Mädels von nebenan, die das just4fun machen.

    wenn ich ehrlich bin schau ich mir gerne hübsche Models an, "normale" Leute seh ich doch täglich auf der Straße, dafür muss ich mir keine Brigitte kaufen.
    wie wärs wenn brigitte mal verstärkt auf Inhalte setzt? also nicht nur die neuste mode zeigt, sondern vielleicht mal nen beitrag über Selbstwertgefühl, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen u.ä. bringt?

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  7. ich entspreche alters-technisch nicht mal der zielgruppe, aber ich kauf doch öfter die brigitte, grad weils eine zeitschrift ist, die oft tolle mode-strecken hat und daneben aber auch gute Kolumnen, Reise-Berichte usw., Wochenend- und Literaturtipps enthält.

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